Quallenplage – Feinde des Kommerzes?

Schlechte Nachrichten für Strandurlauber und für Meeresbiologen. Diesen Sommer werden Unmengen an Feuerquallen nicht nur den Mittelmeerbesuchern den Urlaub vermiesen, sondern auch den Besuchern von Nord- und Ostsee.

Ursachen könnten laut dem Forscher Ricardo Aguilar von der Nicht-Regierungs-
organisation Oceana die Erderwärmung, die Überfischung, aber auch die Überdüngung der Felder sein. Das gilt zumindest besonders für die Nord- und Ostsee.In Spanien musste nun schon regelmäßig die äußerst beliebte Küste von Katalonien bis Andalusien mehrfach mit Badeverbot gesperrt werden. Bisher wurden schon rund 12.500 Menschen verletzt, wie das spanische Rote Kreuz berichtete. Viele Besucher verließen die Urlaubsorte frühzeitig.

Auf Grund der Winde und Strömungen gelangten die ersten größeren Schwärme nun auch schon an die deutschen Küsten.Hier finden die Quallen nicht nur einen hohen Nitratgehalt durch die Überdüngung der Felder, sondern auch einen Platz mit wenig Fressfeinden, wie Thun- und Haifischen sowie Schildkröten. Die Überfischung macht es möglich.

Die Wissenschaftler stehen vor einem großen Rätsel, da die Nesseltiere kaum erforscht wurden. Nur von etwa einem Fünftel der zahlreichen Arten sei der Lebenszyklus überhaupt bekannt, da die Quallen aus kommerzieller Sicht wenig interessant sind und somit auch keine Beachtung fanden.

Der Forscher Andrew Brierley von der schottischen St. Andrews-Universität spricht nun von einem entstanden Teufelskreis: Da die Medusen Fischeier und -larven auffressen, tragen sie selbst direkt zur Reduzierung der Fischbestände bei. Außerdem fressen sie den Fischen zunehmend das Plankton weg. „Haben sich die Quallen aber erst einmal etabliert, ist es für Fische schwer, ihren Platz zurückzuerobern“. Die zunehmende Präsenz der Medusen zeige, dass das biologische Gleichgewicht der Meere zutiefst gestört sei.

Die Wissenschaftler hoffen nun, dass Sie in Zukunft mehr öffentliche Gelder für ihre Forschungen bekommen – zumal sich die Plagen weiterhin zunehmend auf den Tourismus auswirken dürften. Fischereibetriebe, Händler und Unternehmer in jeglichen Tourismusbranchen wollen sich nun auch verstärkt dafür einsetzen, da es um ihre Existenzen geht.

Experten raten den Besuchern die Meere zwar nicht zu meiden, jedoch sollten besonders Eltern sich informieren was zu tun sei, wenn es zu Kontakten mit den Tieren komme.

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(mit Material von welt.de; Foto: tagesanzeiger.ch)

Bio-Produkte-Blog-Autorin
Anna Caliebe

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