Was macht Honig zu Bio-Honig ?
Diese Frage speziell habe ich mir schon öfter gestellt: Was genau macht Bananen zu Bio-Bananen, Wein zu Bio-Wein und Honig zu Bio-Honig? Die Antwort liegt nahe: Nichts?
Dem ist nicht so; die Begründungen gehen in die Tiefe. Honig beispielsweise, ist nach wie vor ein natürliches Nahrungsmittel. Der Geschmack wird nicht chemisch beeinträchtigt. Noch sammeln die Bienen selbst den Nektar von den Blüten - und wandeln ihn durch ihre Enzyme in Honig um. Was den Honig nun zu Bio-Honig macht, ist der Umgang mit den Bienen und der Verarbeitung des Honigs durch Menschenhand. In Deutschland produzieren etwa 800.000 Bienenvölker Honig für den Menchen; betreut von ca. 76.000 Imkern. 250 (!) von ihnen haben sich den Ökorichtlinien verpflichtet. Diese sehen u.a. vor:
- Bienenstöcke sollen mindestens drei Kilometer von konventionellen Intensivkulturen gehalten werden.
- Bienenkästen dürfen nicht mit chemischen Holzschutzmitteln behandelt werden. (Sie werden stattdessen unbehandelt gelassen oder mit einer Lasur aus Leinöl und ätherischen Substanzen versehen.)
- Chemische Bienenabwehrmittel (zur Beruhigung während der Ernte) sind tabu; verwendet werden so genannte “Smoker” (Verbrennen von gepressten Sägespänen aus Eschenholz.)
- Schädlingsbekämpfung (etwas bei der Wachsmotte) erfolgt durch lebende Bakterien, nicht durch Schwefeldampf.
- Bei der Verarbeitung des Honigs darf die Temperatur 40 Grad Celsius nicht übersteigen. (Entstehung von Hydroximethylfurfural (HMF))
Mein Fazit: Honig ist nicht gleich Honig. Auch wenn Bio-Honig nicht unbedingt besser schmecken muss, so ist er doch mit hoher Wahrscheinlichkeit gesünder.
Bio-Produkte-Blog-Autorin
Thordis Eckhardt






Hallo Thordis, Deinen Artikel habe ich mit Interesse gelesen. Denn genau die Thematik hat auch mich schon beschäftigt.
Seit knapp 2 Monaten bin ich nun auch Imkerin, mitten in Köln. Und würde mittelfristig gern biozertifiziert arbeiten. Also im Verbund Bioland. Vorher natürlich aufs Land ziehen, logisch. Zu beachten gilt ebenfalls, dass Kosten anfallen für die Zertifizierung. Klar, die gute Sache allein lohnt schon den Aufwand. Aber es kann sich eben auch nicht jeder Imker leisten. Die meisten betreiben die Imkerei als Hobby, was sich bestenfalls durhc den Erlös des Honig trägt.
Ich kann nur raten, mit dem Imker in der Nachbarschaft mal zu reden. Eventuell hat er zwar kein Zertifikat, behandelt seine Tiere und den Honig aber dennoch sauber.
Mit imkerlichem Gruß aus Köln .Larissa